Gin Tonic – alles rund um den klassischen Longdrink

Frank Sinatra, Ernest Hemingway, Winston Churchill und Humphrey Bogart waren ihm alle überaus wohlgesinnt: Der Gin Tonic gehört seit seiner Erfindung zu den klassischen Cocktails.

Doch woher stammt der berühmte Longdrink und was genau gilt es beim Mixen und Servieren zu beachten?

12 Fragen 12 Antworten rund um den Gin Tonic haben wir Ihnen hier zusammen gestellt. Und wenn die eine Frage, auf die Sie immer schon mal eine Antwort haben wollten, fehlt, schreiben Sie Ihre Frage einfach unten zu den Kommentaren.

Und nun, los geht's!

Gin Tonic Rezept und Gin Tonic Zubereitung

1. Warum trinkt man Gin mit Tonicwater?

Gin kann als Solist oder mit einem Mixer getrunken werden.

Mixgetränke mit Gin sind beliebt, da sich die Aromen des Alkohols mit denjenigen des Mixers vereinen und somit für einen erhöhten Trinkgenuss sorgen.

Tonicwater ist der perfekte Partner, um den fruchtigen, erdigen und leicht bitteren Geschmack des im Gin enthaltenen Wacholders zu unterstreichen.

2. Gin Tonic - Ein Drink als Arzneimittel

In Indien hatten es die Briten nicht leicht: Die Hitze machte den Kolonialherren schwer zu schaffen. Eine Mischung aus Gin und Tonicwater, einer chininhaltigen Bitterlimonade, versprach die ersehnte Erfrischung. Tonicwater - "stärkendes Wasser" - wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein zur Bekämpfung von Tropenkrankheiten eingesetzt.

Vor allem die Kolonialarmeen machten sich den bitteren Trunk aus Chinarinde zunutze, um die Symptome von Malaria zu lindern. Chinarinde enthält den Bitterstoff Chinin, der noch heute als Arzneimittel zur Bekämpfung von Malaria Einsatz findet. Allerdings schmeckte das bittere Getränk alles andere als angenehm.

Deshalb mischten die Offiziere dem kräftigenden Wasser Zucker, Sodawasser und schließlich auch Gin hinzu - die Geburtsstunde des berühmten Longdrinks hatte geschlagen.

Seitdem ist Gin Tonic zu einem Kultdrink geworden.

Intellektuelle, Künstler und sogar James Bond haben im Laufe der Jahre ihre eigenen Rezepte für Gin Tonic entwickelt.

Das Faszinierende an Gin Tonic ist seine vermeintliche Einfachheit. Dabei spielt bei diesem Cocktail die Qualität der einzelnen Zutaten eine vorrangige Rolle.

Wenn Sie einen hochwertigen Gin mit einem würzigen Bouquet aus Botanicals nehmen und ihm ein frisch-würziges Tonic beimischen, können Sie gar nichts falsch machen. Wichtig ist lediglich, das optimale Mischverhältnis zu definieren.

Die Zubereitung des Drinks kann variieren: Je nach Gin Tonic Rezept beträgt das Mischverhältnis 1:1 bis 1:3.

Dabei gibt es zusätzliche Rezepte für Gin Tonic, die eine gewisse Kreativität voraussetzen. So können Sie es bei der Gin Tonic Zubereitung wie Ernest Hemingway machen und Ihrem Drink Angosturabitter hinzufügen oder Ihren Gin Tonic mit Gurke garnieren.

3. Was entscheidet über den Geschmack des Gin Tonic - der Gin oder das Tonic?

Je mehr man über den Gin Tonic erfährt, desto stärker offenbart er seine Nuancen.

Auf den ersten Blick erscheint Gin Tonic ein einfacher Drink zu sein, der sich selbst von blutigen Anfängern problemlos mixen lässt.

Doch noch bevor man überhaupt zum Mixen übergeht, stellen sich auch schon die ersten Fragen: Welchen Gin nehme ich am besten? Und gibt es überhaupt andere Tonicwater außer Schweppes?

Um Gin Tonic zu verstehen, muss man zunächst über Gin Bescheid wissen.

Der moderne Gin ist aus dem Genever des niederländischen Arztes Franciscus Sylvius hervorgegangen. Sylvius brachte seinen Trunk auf die Britischen Inseln, wo er bald in Gin umgetauft wurde. Gin hat einen Alkoholgehalt von 37,5 % und wird mit Wacholder aromatisiert.

Hier stellt sich auch schon die erste Hürde, wenn es darum geht, den typischen Gin-Geschmack einzufangen: Manche Brenner fügen den Wacholderbeeren auch Orangenschalen, Apfelkerne, Ingwer oder exotische Gewürze hinzu, wodurch der Gin eine besonders würzige und fruchtige Note annimmt.

Die Geschmacksnoten sind dezent und werden durch das Beimischen eines passenden Tonicwaters hervorgehoben.

Eine wichtige Voraussetzung für einen guten Gin ist hochwertiger Alkohol. Das Beimischen von Botanicals ist Sache des Brenners, der mit seiner feinen Nase passende Zutaten zu einem gelungenen Ganzen kombiniert.

Selbstverständlich schmeckt nicht jedem von uns derselbe Gin: Einige mögen ihn klassisch mit einem starken Wacholderaroma, andere wiederum finden an würzigen Noten wie Zimt oder gar Safran Gefallen.

Probieren geht auf jeden Fall über studieren: Verkosten Sie verschiedene Gin Sorten, um Ihren Lieblingsgin ausfindig zu machen.

4. Der Geschmack entsteht aus den Mischverhältnissen

Bei einem Gin Tonic, der zu gleichen Teilen aus Gin und Tonic besteht, sticht der Gin hervor. Viele Baristas nutzen dieses Gin Tonic Verhältnis, um die aromatische Kompatibilität von Spirituose und Mixer zu testen.

Wenn Sie einen Gin Tonic mixen, sollten Sie jedoch auf dieses Mischverhältnis verzichten, da das Tonic kaum wahrnehmbar ist. Für den Genuss ist ein Gin Tonic Verhältnis von 1:2 bis 1:4 optimal.

Das heißt, dass Sie jeweils einen Teil Gin mit zwei bis vier Teilen Tonic mischen. In diesem Verhältnis wirkt der Alkohol nicht allzu stark und erlaubt es den Aromen des Gins und des Tonicwaters, ihre Eigenschaften voll zu entfalten. Ab einem Mischverhältnis von 1:5 steht das Tonic im Vordergrund, der Gin verschwindet.

Wie Sie sehen, spielen beim Mischen eines Gin Tonic verschiedene Aspekte eine überaus wichtige Rolle. Dank des umfassenden Sortiments an Gin Sorten, die in den meisten Geschäften zu finden sind, lassen sich fein nuancierte Drinks mixen.

Obwohl die meisten Menschen immer noch Gin mit Großbritannien gleichsetzen, gibt es inzwischen eine Fülle von Gin Sorten aus aller Welt. Besonders beliebt sind die trockenen Gins aus dem Schwarzwald, die mit einer kräftigen Wacholdernote aufwarten können.

 Gerade der Wacholder ist es, der dem Gin Tonic seinen charakteristischen Geschmack verleiht. Und da wäre natürlich auch das Tonicwater, das für einen gelungenen Gin Tonic eine ebenso große Rolle spielt wie der Gin selbst.

5. Das passende Tonicwater zum Gin

Seit geraumer Zeit hat sich Schweppes als die wichtigste Marke für Tonicwater etabliert. Wenn Ihnen das Schweppes-Tonic schmeckt, greifen Sie ruhig zu.

Doch wenn Sie bei der Gin Tonic Zubereitung gern kreativ werden und neue Aromen testen möchten, bieten sich Alternativen zur beliebten Schweppes-Bitterlimonade an.

Dazu gehören beispielsweise die Tonics der Firma Fever Tree. Das britische Unternehmen widmet sich ausschließlich der Herstellung von Mixern. Bei den Tonicwatern haben Sie die Qual der Wahl: Klementine, Zimt und Holunder machen nur einen kleinen Teil des Botanical-Spektrums aus.

Raffinierte Tonicwater erhalten Sie auch bei dem deutschen Hersteller Thomas Henry. Seit 2010 stellt das in der deutschen Bundeshauptstadt ansässige Unternehmen Bitterlimonaden her, die jedem Longdrink oder Cocktail ein unvergleichliches Aroma verleihen. Haben Sie bereits darüber nachgedacht, Ihrem Gin Tonic einen Frischekick in der Form von Kirschblüten zu geben? Dann sind Sie bei Thomas Henry genau an der richtigen Adresse.

Bitterlimonaden vom Feinsten gibt es auch aus dem sonnigen Bayern: Aqua Monaco ist nicht etwa an der französischen Riviera ansässig, sondern stammt aus München. Zitrus- und Gewürznoten verleihen den Tonics von Aqua Monaco eine besondere Frische, sodass Ihr Gin Tonic garantiert ganz besonders spritzig schmeckt.

Tonics können klassisch-bitter, neutral, süß oder fruchtig sein. Wenn Sie die vielen Möglichkeiten testen möchten, kaufen Sie sich am besten eine Botanicals Box. Kardamom, Sternanis, Zimt und Piment werden oft beim Mixen von Gin Tonics eingesetzt.

6. Kann man Tonicwater selbst herstellen?

Wenn Sie gern in der Küche experimentieren und Ihrem Gin Tonic eine individuelle Note verleihen möchten, können Sie Ihr eigenes Tonicwater herstellen.

Wie bereits erwähnt, ist es das Chinin, das dem Tonic seinen bitteren Geschmack verleiht. Chinin ist eine natürliche chemische Substanz, die in Chinarinde vorkommt.

Der erste Schritt in der Herstellung von Tonicwater ist das Aufkochen von Chinarinde-Pulver in Wasser. Die entstandene Suspension muss gefiltert werden, anschließend fügen Sie dem Filtrat das Wasser wieder hinzu. Zum Schluss rühren Sie Zucker ein, um dem Tonic eine leicht süßliche Note zu geben.

Je nach Geschmack kannst Du der Mischung aus Chinarinde und Wasser vor dem Köcheln weitere Zutaten hinzufügen. Wunderbar fruchtig und frisch wird Dein Tonicwater dank Zitrusschalen.

7. Gin Tonic richtig servieren: So geht es

So schlicht und allseits beliebt der Drink auch sein mag, ist das Servieren eines Gin Tonic schon fast eine Wissenschaft an sich.

Aufgrund der riesigen Auswahl an Gin Sorten und der einhergehenden Vielfalt an Botanicals muss man sich bei der Garnitur Gedanken machen.

Einen Gin Tonic mit Gurke zu trinken, gehört seit einigen Jahr fest zum Repertoire. Dabei beschäftigen sich nur die wenigsten mit der Frage, ob die Gurkenscheibe im Getränk denn auch mit den Botanicals harmoniert oder eher störend wirkt.

Tatsächlich gibt es Gin Sorten, deren einzigartigen Charakter das Aroma einer Gurkenscheibe zusätzlich betont. Allerdings gilt dies längst nicht für alle Gins.

 Der klassische Gin Tonic wird mit gar nichts oder höchstens mit einer Zitronenzeste getrunken.

8. Das richtige Glas wählen

Die erste Voraussetzung für einen gelungenen Gin Tonic ist das Glas. Dieses sollte groß genug sein, um mehrere Eiswürfel aufnehmen zu können.

Immer beliebter wird zudem das Coppa-Glas, das in Spanien bereits seit längerer Zeit Einsatz findet. Hier hängt alles von dem Mischverhältnis des Gin Tonic ab. Ein Gin Tonic im Mischverhältnis 1:1 lässt sich auch im Tumbler servieren, bei einer größeren Füllmenge ist jedoch ein größeres Glas erforderlich.

Das wohl typische Glas für das Servieren eines Gin Tonic ist das Longdrinkglas. Dieses wurde speziell für Mischgetränke mit Gin und anderen Spirituosen entwickelt.

Auf jeden Fall sollten Sie das Glas, in dem der Gin Tonic serviert werden soll, für rund 20 Minuten in den Kühlschrank stellen. Anschließend geben Sie ein paar Eiswürfel in das Glas und gießen die Zutaten für den Gin Tonic über die Eiswürfel.

Damit der Drink nicht verwässert, nehmen Sie für die Herstellung der Eiswürfel Tonicwater. Wenn Sie dem Drink Zutaten wie Beeren hinzufügen, servieren Sie ihn mit einem Strohhalm.

9. Und was ist mit der Garnitur?

Beim Garnish sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Zu den beliebtesten Garnituren gehören Gurkenscheiben, Minze, Rosmarin, Grapefruit und Kumquats.

Dabei gibt es neben Garnituren, die den Longdrink nur optisch aufwerten, auch solche, die den Geschmack verfeinern.

Hier kommen die Fachkenntnisse zum Vorschein, denn die Wahl der richtigen Garnitur spielt für den Genuss des Gin Tonic eine herausragende Rolle.

Als klassische Garnish-Variante bieten sich Limetten an. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Wacholder und Limettenschalen ausgezeichnet miteinander harmonieren. Gurke hingegen ist trotz ihrer Beliebtheit nicht immer die beste Wahl, da ihr erfrischendes und zugleich erdiges Aroma oftmals andere Aromen überlagern kann.

10. Wie trinkt man Gin Tonic - mit oder ohne Eis?

Es hält sich hartnäckig die Meinung, man müsse einen Gin Tonic unbedingt mit Eis trinken. Wie alle Regeln ist auch diese Regel dazu da, gebrochen zu werden. Gin Tonic muss unbedingt kühl serviert werden - ob Sie ihn mit Eis trinken, bleibt jedoch Ihnen überlassen.

Ohne Eis können sich die Aromen besser entfalten, was den Trinkgenuss steigert.

11. Warum schimmert Gin Tonic blau?

Sie sitzen auf einer Terrasse und genießen einen Gin Tonic. Plötzlich bemerken Sie, dass Ihr Drink im Sonnenlicht einen bläulichen Schimmer angenommen hat. Geht es etwa nicht mit rechten Dingen zu?

Keine Sorge - der Blauschimmer ist für Gin Tonic typisch. Allerdings ist es nicht der Gin, der für das blaue Leuchten verantwortlich ist, sondern das Tonic - genau genommen das Chinin.

 Gin Tonic leuchtet besonders stark unter Schwarzlicht, wodurch er zu einem Highlight auf Partys wird. Das Chinin absorbiert das kurzwellige Schwarzlicht und gibt es in längeren Wellen wieder ab, die das menschliche Auge als Blauton wahrnimmt.

12. Gin Tonic Rezepte zum Ausprobieren

Haben Sie Lust bekommen, Ihren eigenen Gin Tonic zu mixen? Dann bieten wir Ihnen ein paar tolle Ideen, wie Sie einen aufregender Drink zubereiten können.

Für Puristen, die es klassisch mögen, empfehlen wir einen wacholderlastigen Gin. Wenn Sie ein ebenso klassisches Tonic mit dem Gin mischen, entsteht ein schlichter Gin Tonic, den Sie am besten mit einer Zitronenscheibe garnieren.

Ausgefallen und anspruchsvoll wird Ihr Drink mit einem würzigen Gin wie dem "Leviathan" der Edelbrennerei Wurth. Zimt, Ingwer, Kardamon, Piment, Nelken, Zitrusfrüchte und Lavendelblüten gehören zu den Botanicals, die diesen Gin so einzigartig machen. Mischen Sie Ihn mit einem temperamentvollen Tonicwater und garnieren Sie den Drink mit Zitronenzeste.

Unvergesslichen Trinkgenuss bietet der MEW Sloe Gin. Der edle Schlehenlikör überzeugt durch seinen säuerlichen und herben Geschmack. Mixen Sie den Gin in einen klassischen Gin Tonic, um das Aroma zusätzlich zu verfeinern.

Wenn es ans Garnieren geht, richten Sie sich am besten nach den Botanicals im Gin Tonic. Zu würzigen Noten wie Zimt oder Pfeffer passt eine Apfelscheibe, betont bittere Wacholdergins schmecken mit Zitronenzeste am besten.

Bei fruchtigen Gin Tonics können Sie ruhig mit Obst experimentieren. Gurkenscheiben sind zwar trendig, passen aber nur zu den wenigsten Gin Tonics.

In der Edelbrennerei Wurth erwarten Sie preisgekrönte Gin Sorten mit unterschiedlichen Geschmacksnoten, die als perfekte Basis für erfrischende und wunderbar leckere Gin Tonics dienen.

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